Hinsichtlich der Fragen von Generationen muss ein gemeinsamer nationaler Standpunkt herausgebildet werden. Áder sprach nicht nur über die Hitzerekorde, Waldbrände und Dürreschäden des vergangenen Sommers, sondern erklärte, wenn wir nichts tun, verwandelt sich die Erde bis zum Ende des Jahrhunderts zum Großteil in eine Wüste. Vom Aspekt des Klimawandels her ist das Karpatenbecken eines der sensibelsten Gebiete. Deswegen müsse Ungarn seine Solarenergiekapazitäten weiter ausbauen, jedoch in den kommenden Jahren auch weiterhin auf Atomenergie setzen. Allein durch die Nutzung dieser beiden Energiequellen werde erreicht, dass die Stromerzeugung Ungarns bis 2030 zu 90% kohlendioxidfrei erfolgt. Miteinander vereinbar seien Bewahrung der Umwelt, Wirtschaftswachstum und Modernisierung der Industrie neben einer verbesserten Lebensqualität, dazu bedarf es jedoch eines Paradigmenwechsels, so hinsichtlich staatlicher Förderungen, Umstellung des öffentlichen Verkehrs auf Elektrizität und effizientere Abfallverwertung. Bis 2050 sollte der Schadstoffausstoß im Vergleich zu 1990 um 85% gesenkt werden, erklärte Áder. Dadurch könnte der vorzeitige Tod zahlreicher Menschen vermieden werden, aber auch das Gesundheitswesen profitieren.

Mit der Umsetzung der Nationalen Klimastrategie wird Ungarn zur Bewahrung der Lebensbedingungen, der Wasserressourcen, des Ackerlands, von Flora und Fauna des Karpatenbeckens beitragen – dies steht im national strategischen Interesse, sagte Innovationsminister László Palkovics. Es muss unser gemeinsames Interesse sein, dass Ungarn vom klimapolitischen Aspekt her einen rationalen Weg einschlägt. Ungarn verfügt im Zusammenhang mit der Drosselung des Klimawandels über bedeutendes Entwicklungs- und Technologiepotenzial. Die grüne Innovation soll zur Stärke der ungarischen Wirtschaft werden, so durch Lösungen zur Energiespeicherung. Zwar stehen zwischen 2021-2030 EU-Gelder für die Umsetzung dieser Ziele bereit, allerdings ist auch die Einbeziehung von Privatinvestoren unerlässlich. Mit der Billigung der Strategie könnte Ungarn eines der ersten Länder sein, die eine vollständig mit dem Klimaabkommen von Paris kompatible Strategie auf den Tisch legen.

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